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ONLINEKONTO - Abgeltungssteuer

Abgeltungssteuer

Die Abgeltungssteuer ist eine Erhebungsform der Einkommensteuer und löst seit 2009 die bis dahin erhobene Zinsabschlagssteuer/Kapitalertragsteuer ab. Sie wird als Quellensteuer auf die sogenannten Kapitalerträge, also auf Zinsen, Dividenden und nun auch auf private Veräußerungsgeschäfte von Wertpapieren erhoben und zwar an der Quelle. Die Abgeltungssteuer ist vom Schuldner der Erträge bzw. der kontoführenden Stelle (im Regelfall die Bank) – einzubehalten und anonym an die Finanzbehörden abzuführen.

Die Steuerberechnung erfolgt mit einem einheitlichen Steuersatz (25% zzgl. Solizuschlag und ggf. Kirchensteuer), ist also vom persönlichen Einkommensteuersatz des Gläubigers der Erträge unabhängig. Hierdurch ist die auf die Kapitalerträge anfallende Einkommensteuer grundsätzlich abgegolten, was den wesentlichen Unterschied zur vorherigen Regelung ausmacht. Eventuell entstandene Aufwendungen im Zusammenhang mit den Einkünften, werden egal in welcher Höhe pauschal abgezogen. Dies erfolgt in der Einkommensteuererklärung ohne Antrag durch den Sparer-Pauschbetrag, der den alten Sparer-Freibetrag und jegliche Werbungskosten abgelöst hat. Im günstigsten Fall entfaltet der Sparer-Pauschbetrag schon durch den bekannten Freistellungsauftrag seine Wirkung.

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Die deutschen Steuergesetze haben es sicherlich in sich. Die Abgeltungssteuer versprach diesbezüglich Vereinfachung, aber Ausnahmeregelungen führten zu einem Paragraphenwust der Steuerberater und Finanzämter regelmäßig vor Probleme stellt. So verteilen sich die Vorschriften über die §§ 20, 43-45 (noch mit Zusatzvorschriften in den §§ 43a, 43b usw. versehen) und § 3 Nr. 40 und 41, ergänzt durch § 3c EStG.

Grund genug hier die wesentlichen Vorschriften verständlich für den Sparer darzustellen, natürlich ohne Paragraphen. Grundgedanke der Abgeltungssteuer ist es, Kapitaleinkünfte wie Zinsen, nach Abzug des Sparer-Pauschbetrages, mit einer pauschalen Steuer zu belegen und so weitestgehend aus der jährlichen Veranlagung (Bearbeitung der Steuererklärung) herauszuhalten. Das ist gut für alle die einen höheren Steuersatz als die besagten 25 Prozent haben. Für den Rest gibt es eine Regelung und dadurch etwas mehr Arbeit. Aber aufgepasst, mit Steuersatz ist nicht, wie häufig vermutet, der Durchschnittssteuersatz gemeint, sondern der deutlich höhere Grenz- oder Spitzensteuersatz. Dieser Steuersatz gibt Auskunft, wie viel Steuer auf jeden mehr verdienten Euro (egal aus welcher Einkunftsart) zu zahlen ist. Die Erstgenannten können sich also freuen, wenn sie auf ihre Zinserträge statt (beispielsweise) 35 Prozent nur 25 Prozent Steuern zahlen müssen. Die zweite Gruppe muss sich die zu viel gezahlte Abgeltungssteuer im Wege einer Steuererklärung zurückholen. Hier wurden schließlich 25 Prozent Steuern auf Zinsen, Dividenden (Zinserträge der Aktien im Aktiendepot) o.ä. gezahlt, obwohl der persönliche Steuersatz geringer ist.

Was ist also zu tun?

Ist der Grenzsteuersatz höher als 25 Prozent, muss diesbezüglich nichts veranlasst werden, soweit der Sparer-Pauschbetrag (801 € / 1602 € für Eheleute) durch eine Freistellungsbescheinigung bei der richtigen Bank ausgenutzt wurde. Die richtige Bank, ist die, bei der auch entsprechende Einkünfte angefallen sind. Sind die freigestellte Einkünfte geringer als der Sparer-Pauschbetrag ist natürlich auch nichts zu unternehmen. Hier entfaltet die Bezeichnung Abgeltungssteuer ihren Sinn, alle Steuern für dieses Jahr sind abgegolten. Wurde Abgeltungssteuer gezahlt, aber der Sparer-Pauschbetrag nicht ausgenutzt, macht es Sinn alle Einkünfte und die gezahlte Abgeltungssteuer in der jährlichen Steuererklärung zu erfassen. Das Finanzamt berücksichtigt dann ohne weiteren Antrag den vollen Sparer-Pauschbetrag und führt eine Günstiger-Prüfung durch, sodass auch hier höchstens 25 Prozent Steuer fällig wird.

Ist der Grenzsteuersatz niedriger als 25 Prozent, sollte in jedem Fall eine Steuererklärung erstellt werden, vorausgesetzt die Kosten hierfür sind nicht höher, als die erwartete Erstattung. Erfasst werden alle Einkünfte und die bereits abgezogene Abgeltungssteuer. Durch die besagte Günstigerprüfung stellt das Finanzamt fest, dass hier beispielsweise nur 20 Prozent Steuer auf Zinsen etc. (immer abzgl. Sparer-Pauschbetrag) festzusetzen sind. Die vorab durch die Bank einbehaltene Abgeltungssteuer wird anschließend als Vorauszahlung auf die nun zu zahlende Steuer angerechnet und führt so zu einem Guthaben.

Soll eine Anrechnung durch das Finanzamt erfolgen ist in allen Fällen die Original-Steuerbescheinigung einzureichen. Viele Banken stellen diese jedoch nur noch auf Antrag aus.

Bezieher von niedrigem Einkommen oder Minderjährige ohne eigenes Einkommen, die aber über Zinseinnahmen über dem Sparer-Pauschbetrag verfügen, haben wiederum die Möglichkeit beim Finanzamt eine NV-Bescheinigung (Nicht-Veranlagung) zur Vorlage bei der Bank zu beantragen. Hierdurch können auch höhere Zinseinnahmen o.ä. von der Abgeltungssteuer befreit werden.

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