Dispositionskredit

Wird ab und zu etwas zusätzliche Liquidität benötigt, ist neben dem kostenlosen Girokonto ein günstiger Dispositionskredit gefragt. Dieser ist gerade bei Onlinebanken oftmals um einiges günstiger als bei Filial-Banken.

Der Dispositionskredit ist wahrscheinlich der in Deutschland meistgenutzte Kleinkredit und die Darlehensform, mit der junge Bankkunden bereits dann in Berührung kommen, wenn sie ihr erstes Giro-Konto eröffnen. Meist ist der Dispositionskredit bereits fester Bestandteil eines Giro-Paketes und wird von den Banken automatisch angeboten oder nach den ersten Zahlungs-/Gehaltseingängen auf dem Giro-Konto eingerichtet. Auch danach ist die Veränderung des Kreditrahmens für den Dispo meist unkompliziert - in der Regel reichen eine Rückfrage oder ein formloser Antrag bei der Bank. Kreditvoraussetzungen sind - wie bei allen anderen Konsumentenkrediten auch - Volljährigkeit, der Nachweis eines regelmäßigen Einkommens und kein negativer Schufa-Eintrag.

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Dispositionskredit - wie viel Flexibilität erhält der Kunde?

Die Höhe des Dispo wird von den Banken unterschiedlich definiert - meist wird ein Überziehungsrahmen von zwei bis drei durchschnittlichen Monatseinkommen eingeräumt. Inzwischen werfen viele Kreditinstitute auch einen Blick auf das bisherige Zahlungsverhalten ihrer Dispo-Kunden. Wer als "guter Kunde" und vorbildliche Zahlungsmoral aufgefallen ist, hat oft die Chance auf einen etwas höheren Dispo oder kann mit großzügigeren Aufstockungen bei kurzfristigen finanziellen Engpässen rechnen.

Der Dispo - die teuerste Kredit-Variante

Der unbürokratische und schnelle Zugang zu einem Dispositionskredit ist für viele Giro-Kunden durchaus verlockend. Außerdem steht hinter der vergebenen Kreditlinie kein Zahlungsdruck - das Darlehen kann ohne fixe Laufzeiten und monatliche Rückzahlraten auf scheinbar unbegrenzte Zeit in Anspruch genommen werden, solange der vereinbarte Rahmen nicht überzogen wird. Billig ist diese Kreditform allerdings bei keiner Bank. Die Dispo-Zinsen liegen bei den meisten Instituten im zweistelligen Bereich, Kredit-Portale errechneten für den Durchschnitt der deutschen Verbraucher-Banken Dispo-Zinsen von etwa zwölf Prozent. Richtig teuer wird es, wenn Giro-Kunden ihr Dispo-Limit überschreiten, was von vielen Banken in einem gewissen Rahmen toleriert wird.

Ein Vergleich der Dispo-Zinsen verschiedener Kreditinstitute hilft zwar bei der Bewertung des Angebotes der jeweiligen Bank, spielt aber praktisch oft keine Rolle, wenn das Giro-Konto bei dem jeweiligen Institut bereits eröffnet ist. Der Wechsel zu einem günstigeren Dispo kommt de facto einem Anbieterwechsel für das Giro-Konto gleich, was aufwändig und bei einer guten Zusammenarbeit mit der "Hausbank" nicht immer zu empfehlen ist.

Dispo-Alternativen

Ein Dispositionskredit ist eine ideale Lösung für kurzfristige Finanzierungen, bei denen absehbar ist, dass die Kontoüberziehung in kurzer Zeit ausgeglichen werden kann. Für längerfristigen Finanzbedarf sollten Verbraucher jedoch auch für kleinere Summen grundsätzlich Dispo-Alternativen recherchieren. In fast Fällen ist ein Kleinkredit mit explizitem Kreditvertrag und Monatsraten deutlich billiger als die Inanspruchnahme des Kreditrahmens des Giro-Kontos. Günstige Darlehen ab 1.500 Euro haben unter anderem zahlreiche Direktbanken im Programm. Zinslich besonders attraktiv sind in diesem Kontext Angebote, deren Zinssätze sich nicht an der Bonität des Kunden orientieren, sondern ausschließlich laufzeitgebunden sind. Solche Ratenkredite eignen sich auch sehr gut zur Umschuldung eines bereits länger bestehenden Dispo - in diesem Fall grundsätzlich, bevor dessen Rahmen überschritten ist, um negative Bonitätsbewertungen zu vermeiden.

Eine weitere Dispo-Alternative - beispielsweise vor größeren Anschaffungen - sind sogenannte Rahmenkredite, die von den meisten Banken angeboten werden. Der festgelegte Rahmen wird bei Abschluss des Kreditvertrages von der Bank festgelegt und kann wie beim Dispo ohne weitere Rücksprachen und Formalitäten in Anspruch genommen werden - die Rückzahlung erfolgt jedoch in monatlichen Mindestraten, höhere monatliche Zahlungen werden jederzeit ohne Kostenaufschlag akzeptiert. Die Banken honorieren diese Sicherheit mit Zinsvergünstigungen gegenüber einem klassischen Dispositionskredit.